Kirchenzeit - Wettersegen, eine Tradition kommt zum Ende?

Kirchenzeit - Wettersegen, eine Tradition kommt zum Ende?

(Bildquelle Lobpreis_pixabey.com)


Eine Tradition kommt zum Ende?

Am kommenden Montag, den 14. September wird in der römisch-katholische und in den orthodoxen Kirchen das Fest der Erhöhung des Heiligen Kreuzes oder Kreuzerhöhung gefeiert. Sein Ursprung fand dieses Fest in der Weihe der Grabeskirche in Jerusalem und in der Auffindung des Heiligen Kreuzes. Das Kreuz wurde seitdem jedes Jahr am 14. September in Jerusalem den Gläubigen gezeigt und verehrt. Mit der Zeit wurden die kleinen Teile des Kreuzes überall in der Welt verbreitet und dort auch verehrt. Heutzutage wird das Kreuz am Karfreitag gezeigt und verehrt – gemeinsam und individuell.

Auch die Pfarreien des Pastoralraumes Michelsamt sind vom kommenden Fest beeinflusst worden. Traditionell wird am diesen Tag zum letzten Mal für das laufende Jahr der Wettersegen erteilt. Seit dem Markustag (25. April) wird in allen Pfarreien am Ende des Gottesdienstes um das gute Wetter erbeten. Das ist eine sehr schöne Tradition, die noch immer in dieser Gegend ihr Platz und ihre Wertschätzung hat. Leider, ist in vielen Pfarreien diese Tradition mit der Zeit verloren gegangen oder sehr gekürzt worden. In meiner Heimatpfarrei zum Beispiel, wird der Wettersegen nur einmal – am Markustag erteilt.

Wenn man der Text des Segens anschaut, bekommt man Eindruck – es sei nur für die Bauern bestimmt. Doch dies stimmt nicht ganz. Der Text ist eher für Bauern bestimmt, aber auch für alle andere Arbeiter – ja, für alle Menschen. Niemand wünscht sich Hagel oder Dürre, egal was er macht. Jeder will in Freude die Früchte seiner Arbeit geniessen. Wie ein Bauer, so auch ein Arbeiter in einer Firma. Gottes Segen kommt auf alle Menschen herab, deswegen sind alle Menschen im Wettersegen miteinbezogen. Im Evangelium lesen wir: Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösem und Guten und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. (Mt 5,45b) Bei Gott spielt Beruf, Berufung, Lebensform oder etwas anderes keine Rolle. Er ist gut und gütig. Er liebt alle Menschen und gibt Sein Segen allen – jederzeit, nicht nur zwischen Markustag und Kreuzerhöhungsfest.

Wir Menschen brauchen räumliche und zeitliche Orientierung und deswegen wird auch der Wettersegen in dem üblichen Zeitraum erteilt. Doch, dies bedeutet nicht, dass der Segen am kommenden Montag stoppt und bis zum nächsten Markustag auf die Warteliste gesetzt wird. Weiterhin werden wir um Gottessegen erbitten, nur mit den anderen Worten. Weiterhin werden wir Gottes Segen und Seine Liebe erfahren.

Kurz zurück zum Titel: kommt diese Tradition zum Ende? Nein! Die Tradition des Wettersegens lebt weiter. Für den Rest dieses Jahres werden wir uns wörtlich auf andere Sachen konzentrieren, aber der Wunsch – das Wetter, die Früchte der Arbeit und die Zeit verantwortungsvoll und dankbar zu geniessen –bleibt weiterhin unser Anliegen und Inhalt unserer Gebete. Diese schöne Tradition haben wir geerbt und wir geben sie der kommenden Generation weiter.

So lautet der übliche Wettersegen:
„Gott, der allmächtige Vater, segne euch und schenke euch gedeihliches Wetter; er halte Blitz, Hagel und jedes Unheil von euch fern. Amen.
Er segne die Felder, die Gärten und den Wald und schenke euch die Früchte der Erde. Amen.
Er begleite eure Arbeit, damit ihr in Dankbarkeit und Freude gebraucht, was durch die Kräfte der Natur und die Mühe des Menschen gewachsen ist. Amen
Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.“

Marko Zuparic, Pfarreiseelsorger in Ausbildung

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