"Maria Skydrive"

Zugegeben, der Begriff «Maria Himmelfahrt» gehört nicht gerade zum gängigen Wortschatz im Frühenglisch. So kann die etwas zusammengeschusterte Übersetzung unseres damals 10-jährigen Sohnes für seinen fremdsprachigen Trainer durchaus nachvollzogen werden. Um den Trainingsausfall an Maria Himmelfahrt verständlich zu machen, wurde die Fahrt Marias in oder über den Himmel ganz einfach zum abenteuerlichen «Skydrive».

Doch könnten wir die Himmelfahrt Marias einem Kind verständlich machen – in unserer Muttersprache? Dass das englische «drive» eher eine motorisch angetriebene Fahrt mit irgendeinem Gefährt meint und somit für Marias Aufnahme in den Himmel nicht ganz passt, können wir gerade noch erklären. Mit dem «sky» wird es schon schwieriger. Das Englische kennt bekanntlich zwei Begriffe für unser deutsches «Himmel»: Mit «sky» ist der Himmel über uns gemeint, den die Vögel und Flugzeuge befliegen. Nur wie erklären wir dem Kind das in diesem Fall zutreffende Wort «heaven» auf Deutsch? Wo ist dieser Himmel und wie ist es wohl dort? Oder sollten wir statt nach «dort» nicht eher nach «dann» fragen? Ist dieser Himmel ein Ort oder ein Zustand und gibt es dort oder dann überhaupt noch eine Zeit? Wenn die Fragen schwierig und die Antworten noch schwieriger werden, hilft sich die Religion mit Bildern weiter. Die religiöse Sprache lebt von Bildern und Symbolen: bildhafte Worte, Geschichten und Gleichnisse versuchen auszudrücken, was so schwer zu erklären ist. Doch diese Sprache ist nicht alltäglich, sie will gelernt und geübt sein.

Im bevorstehenden Schuljahr werden sich im Pastoralraum Michelsamt insgesamt 752 Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrpersonen im katholischen Religionsunterricht auf die gemeinsame Reise durch die reiche Bildwelt des christlichen Glaubens machen. Die Aufgabe der neun Religionslehrpersonen ist die achtsame Begleitung der Schülerinnen und Schüler auf dieser Entdeckungsreise. Miteinander möchten sie religiösen Fragen nachgehen und lernen, in Worten und Bildern auszudrücken, was sie bewegt. Die Religionslehrpersonen können dabei Hilfen anbieten, denn vor uns haben schon viele Menschen seit hunderten, gar tausenden von Jahren die gleichen Fragen gestellt und Antworten gesucht. Deren Suche, Erfahrungen und Bilder können in der Bibel nachgelesen werden und unter Anleitung der Katechetinnen, Seelsorgerinnen und Seelsorger mit den eigenen Erfahrungen und Bildern verknüpft werden. Falls die biblischen Texte ihre bildhaften Antworten nicht so einfach preisgeben, kann die Religionslehrperson bei der Übersetzungsarbeit behilflich sein, ähnlich wie die Englischlehrperson uns die korrekte Version von «Maria Skydrive» liefern könnte. Mit einem Unterschied: Auf der spirituellen Spurensuche bleiben auch nach Jahrtausenden statt einer korrekten Antwort offene Fragen als ein Stück Sehnsucht in uns bestehen.

Christa Wandeler-Wey, Katechetin

Zeichnung von Lisa Stocker

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"Maria Skydrive"

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